Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Patientinnen und Patienten,
die Öffentlichkeit wird über die wahren Ziele der Gesundheitspolitik nicht informiert. Wir, die Beitragszahler haben es versäumt, uns einzumischen und unsere Rechte wahrzunehmen. Mit großer Sorge sehen wir die derzeitigen Entwicklungen im Gesundheitssystem.
Unser
Gesundheitssystem ist in Gefahr
Jahr
um Jahr vollziehen sich unter den politisch geschaffenen
Rahmenbedingungen schleichende Veränderungen in unserer
Gesundheitsversorgung: kommunale Krankenhäuser und
Universitätskliniken machen Defizite und werden ohne politisches
Engagement zur Erhaltung von öffentlichen Gesundheitseinrichtungen
an Klinikkonzerne und private Investoren verkauft. Die Investoren
erwirtschaften Millionengewinne auf dem neu geschaffenen
„Gesundheitsmarkt“. Dies geschieht auf Kosten der kranken
Menschen, der Solidargemeinschaft und der sich aufopfernden
Mitarbeiter. Unter dem Zeichen der „Wettbewerbsstärkungsgesetze“
schreitet die Rationierung von Versicherungsleistungen voran. Die
Versicherten zahlen immer höhere Beiträge, für die Versorgung im
Krankheitsfall wird immer weniger erstattet. Was geschieht mit
unseren Krankenkassenbeiträgen?
Auf
dem Weg zur Industrialisierung
Es
geht um Gewinn und Verlust, anstatt um Mensch und Medizin! Die
wohnortnahe Versorgung von kranken Menschen durch freie
niedergelassene Ärzte wird durch Bürokratisierung und finanziellen
Druck zunehmend gefährdet. Ärzte werden ihre Praxen aufgeben
müssen, da sie finanziell nicht mehr in der Lage sind, sie zu
erhalten. Die freien Arztsitze werden von Investoren aufgekauft und
so genannte MVZ (Medizinische Versorgungszentren) eingerichtet. Es
sind Investoren (wie z. B. Rhön, Sana, Asklepios, Fresenius), die
aus dem Gesundheitsmarkt Kapital schlagen. Der erste Schritt zum
Verkauf unseres Gesundheitswesens wird über Klinikübernahmen an
Kapitalgesellschaften lanciert. Die Rhön AG hat ihre Wachstumspläne
bereits konkretisiert und spricht offen von der Übernahme der
ambulanten Versorgung. Sie, liebe Bürger, werden dann nicht mehr
von Ihrem vertrauten Arzt betreut, sondern anonym in einem MVZ
behandelt werden, wo Ihnen jemand gegenübersitzt, der sich mehr für
die Profitinteressen der Investoren interessieren muss, als für Sie
als Patient. So wird Gesundheit zur Ware, der kranke Mensch zum
Wertschöpfungsobjekt. Auf dem Weg zur Privatisierung und Vermarktung
des Gesundheitswesens fürchten
Politiker, Lobbyisten und das Management der Investoren nichts mehr
als einen Schulterschluss von Bürgern und Ärzten. Deshalb
ist nahezu jedes Mittel recht, um das Bild des Arztes in der
Öffentlichkeit zu diffamieren. Gezielte Desinformationen prägen die
öffentlichen Medien und Meinungen, die eigentliche Sachlage bleibt
ungeklärt.
Ist
Ihnen das Ausmaß der Misere in unserem Gesundheitswesen bewusst? Hat
man Sie zu den Veränderungen befragt? Ist
das eine Politik im Ihrem Sinne?
Aufgrund
der Recherchen der Autorin Renate Hartwig („Der verkaufte Patient“,
Pattloch Verlag und www.patient-informiert-sich.de) und deren Aufruf:
„Einmischen ist Bürgerpflicht“, wurden Hintergründe
öffentlich thematisiert. Viele Menschen empfinden Ungerechtigkeiten.
Sie erleben wie die Dinge über ihren Kopf hinweg entschieden werden,
die sie persönlich betreffen. Sie erkennen, dass in das natürliche
Arzt-Patientenverhältnis wegen Kapitalinteressen massiv eingegriffen
wird. Das widerspricht ihrem Verständnis von Gerechtigkeit und
Demokratie! Seit Juli 2008 wurden in über 500 Städten Bürger-Foren
gebildet, die sich dieser Thematik annehmen. In dieser Bürgerbewegung
geht es um Aufklärung und um gemeinsames Einmischen, denn
solidarisches Handeln gibt Kraft gegen Missstände aufzustehen.
So wird aus dem ICH ein WIR und wie schon Friedrich von Schiller
sagte: „Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden“.
Im
Schulterschluss....
Da
neben Patienten und Ärzten alle Bürger gleichermaßen von den
Veränderungen betroffen sind, liegt es nahe, dass wir in einem
gemeinsamen Schulterschluss für unsere Grundrechte kämpfen.
München, Dillingen, Miltenberg, Offenburg, Heidenheim,
Schwäbisch-Hall, Neuwied, Kiel, Brilon, Wuppertal, Krefeld, Marburg
sind u. a. Orte, die für solche gemeinsamen Aktionen stehen. Dort
entstanden erste „gallische Dörfer des Widerstands“. Um die
Kräfte dieser Initiativen zu bündeln und sie dadurch noch wirksamer
zu machen, haben wir uns in dem Verein Bürger-Schulterschluss e. V.
zusammengefunden. Jeder kann in dieser Initiative mitwirken!
Ziele
und Motive
Wir
wollen über die Zustände auf vielfältige und kreative Weise
aufklären (Internet, Fernsehen, Werbung) und aktiv gegen die
zunehmende Einflussnahme von Konzernen auf das Gesundheitssystem
protestieren.
Gleichzeitig
entwickeln wir konkrete Ideen für ein zukünftiges humanes und
gerechtes Gesundheitswesen, in dessen Zentrum das vertrauensvolle und
freie Verhältnis zwischen Arzt und Patient steht.
Erste
Schritte sind bereits gemacht, für die notwendigen weiteren Schritte
brauchen wir viele Menschen und finanzielle Mittel. Helfen Sie
mit, ein humanes und gerechtes Gesundheitswesen zu verwirklichen. Werden sie Mitglied in unserem Verein: Bürger-Schulterschluss e.V.
Unser Forum zur Gesundheitspolitik ist der 426. von Frau Renate Hartwig im Bürger-Schulterschluss e.V. initiierte Bürger-Patienten-Stammtisch.
Nur ein informierter Bürger oder Patient kann richtig fragen und kritisch auf Antworten reagieren. Wir Bürger sind die Beitragszahler und wir wollen mitreden, was in der Gesundheitspolitik zu unserem Wohl und mit unserem Geld geschehen soll.
Deshalb informieren Sie sich und diskutieren Sie mit beim überparteilichen Bürger-Patienten-Stammtisch Freudenstadt an jedem ersten Dienstag im Monat ab 20°° Uhr im Sportcafe "Dobel" beim Sportplatz.
Gerne erwarten wir auch SIE, denn nur gemeinsam sind wir stark etwas zu bewegen und zu erreichen.